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Mehr als nur Rettungsschwimmer: DLRG sorgt am Wohlenberger Strand für Sicherheit – und ist oft auch erste Anlaufstelle für Urlauber

23.07.2026

Ein entspannter Tag am Strand, spielende Kinder im flachen Wasser und Familien, die den Sommer genießen – für die meisten Badegäste ist das selbstverständlich. Dass im Hintergrund stets jemand ein wachsames Auge auf das Geschehen hat, gerät dabei leicht in Vergessenheit.

Seit 2023 sorgt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) während der Sommermonate am Wohlenberger Strand für die Sicherheit der Badegäste. Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz leisten die Rettungsschwimmer einen unverzichtbaren Beitrag dafür, dass Einheimische und Urlauber ihren Strandtag unbeschwert genießen können.

Einer von ihnen ist Norbert W., der in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal die Leitung der Wachstation für drei Wochen übernommen hat. Seit Mai ist der langjährige DLRGler im Ruhestand. Früher nutzte er für solche Einsätze regelmäßig seinen Jahresurlaub – heute investiert er seine freie Zeit weiterhin mit großer Überzeugung in das Ehrenamt. Dass er bereits überlegt, auch im kommenden Jahr wieder nach Wohlenberg kommen möchte, überrascht kaum.

„Der Wohlenberger Strand ist ein kleines verstecktes Kleinod“, sagt der erfahrene Wachführer. Besonders schätzt er das flache Wasser, das ideale Bedingungen für Familien mit Kindern bietet. Gleichzeitig hofft er, dass sich der natürliche und ruhige Charakter des Strandes auch künftig bewahren lässt.

Mit der DLRG ist Norbert W. bereits seit seinem 16. Lebensjahr verbunden. Inspiriert durch seinen älteren Bruder fand er früh den Weg zur Wasserrettung – und blieb ihr bis heute treu. Wasser sei schon immer „sein Element“ gewesen, erzählt er. Im Laufe der Jahrzehnte sammelte er vielfältige Erfahrungen: Er bildete unter anderem Polizeibeamte zu Rettungsschwimmern aus und gründete bereits 1994 in Schlitz, im hessischen Vogelsbergkreis, eine eigene DLRG-Station.

Seine Einsätze führten ihn an zahlreiche Küsten Deutschlands – nach Grömitz, auf Fehmarn oder an den Fischland-Darß. Wie er selbst schmunzelnd erzählt, war er immer ein wenig „auf der Jagd nach der schönsten Wachdienststelle“. Dass Wohlenberg inzwischen der erste Ort ist, an den er bereits zum zweiten Mal zurückkehrt, spricht für sich.

Zu einem gelungenen Einsatz gehört für ihn allerdings mehr als nur ein schöner Strand. Besonders dankbar ist Norbert W. für die Unterkunft bei Familie S. in Oberhof. Ebenso lobt er die gute Organisation vor Ort und die angenehme Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern der Stadt, die den ehrenamtlichen Einsatz bestmöglich unterstützen.

Der Alltag auf der Wachstation beginnt jeden Morgen mit dem Aufbau der Station. Anschließend richten sich die Blicke der Rettungsschwimmer aufs Wasser: Wetterentwicklung beobachten, Flaggen entsprechend der Badebedingungen setzen und vor allem die Badegäste im Auge behalten. Doch schnell zeigt sich, dass der Wachdienst weit mehr umfasst als Wasserrettung.

„Eigentlich spielen wir auch oft Tourist-Information“, erzählt Norbert W. lachend. Ob Fragen zum Wetter, zu Quallen im Wasser oder zu Ausflugszielen in der Umgebung – viele Urlauber wenden sich zunächst an die DLRG. Die Rettungsschwimmer sind damit häufig nicht nur Lebensretter, sondern auch freundliche Ansprechpartner für die kleinen und großen Fragen des Urlaubsalltags.

An spektakuläre Rettungseinsätze erinnert sich Norbert W. in diesem Sommer bislang nicht. Eine besondere Begebenheit aus dem vergangenen Jahr ist ihm jedoch bis heute im Gedächtnis geblieben: Strandbesucher hatten eine mehrere Meter große und entsprechend tiefe Grube in den Sand gegraben – augenzwinkernd spricht er noch heute von einer „Baugrube“. Nachdem sie ungesichert zurückgelassen worden war, musste das DLRG-Team sie mühsam mit Schaufeln wieder verfüllen, um eine erhebliche Unfallgefahr zu beseitigen.

Unterstützt wird der erfahrene Wachführer in diesem Sommer von Katja J. Für die Krankenschwester ist der Einsatz am Wohlenberger Strand eine Premiere. Erst vor einem Monat hat sie ihre Ausbildung zur Rettungsschwimmerin erfolgreich abgeschlossen. Zehn Tage lang sammelt sie nun erste praktische Erfahrungen im Wachdienst – ganz bewusst an einer kleineren Station. „Ich wollte von einem erfahrenen Kollegen lernen“, begründet sie ihre Entscheidung für Wohlenberg.

Auch an Tagen mit weniger Badebetrieb bleibt auf der Wachstation keine Zeit ungenutzt. Bei ungünstigem Wetter nutzen die Rettungsschwimmer die ruhigeren Phasen gezielt für Schulungen und praktische Übungen mit den Rettungsgeräten. So trainieren sie regelmäßig die sichere Handhabung der Ausrüstung und stellen sicher, dass im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.

Beide Rettungsschwimmer haben zum Abschluss noch einen einfachen, aber wichtigen Rat für alle Badegäste: Die Signalflaggen der DLRG beachten, Kinder niemals unbeaufsichtigt lassen und die eigenen Kräfte nicht überschätzen. Schon mit diesen wenigen Verhaltensregeln lässt sich ein Großteil möglicher Gefahrensituationen vermeiden. Gerade an besonders heißen Tagen empfehlen sie außerdem, dem Körper nach dem Sonnenbaden zunächst etwas Zeit zur Abkühlung und Akklimatisierung zu geben, bevor es ins Wasser geht. So lässt sich der Kreislauf schonen und gesundheitlichen Risiken vorbeugen.

Der Einsatz der DLRG am Wohlenberger Strand zeigt eindrucksvoll, wie viel ehrenamtliches Engagement hinter einem sicheren Strandtag steckt. Ob auf dem Rettungsturm, beim Beseitigen von Gefahrenstellen oder als Ansprechpartner für Urlauber – die Rettungsschwimmer leisten weit mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Für diesen Einsatz verdienen sie großen Dank und höchste Anerkennung.

Text & Fotos: City- & Tourismusmanagement

Norbert Weber und Katja Jurischitz

Katja Jurischitz, Rettungsschwimmerin und Norbert Weber, Wachführer

Norbert Weber und Katja Jurischitz am Wohlenberger Strand

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