07. Oktober 2018 20:40 Alter: 69  Tage
Kategorie: Berichte

Kunst, Krimi und Kulinarisches – 4. Klützer Kultournacht

 Von Barbara Stierand


Auf der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr, hoch über dem Klützer Marktplatz, eröffnete Bürgermeister Guntram Jung am Sonnabend, den 6. Oktober 2018 die 4. Klützer Kultournacht.


Bürgermeister Guntram Jung eröffnete die 4. Klützer Kultournacht in luftiger Höhe mit einem Quiz.
Viele Zuschauer waren zum Marktplatz gekommen.

Zunächst verloste er fünf Freikarten. Die glücklichen Gewinner beantworteten die Fragen nach der Einwohnerzahl von Klütz (fast) richtig, nämlich 3.166, ebenso wie die Frage nach der Anzahl der Dorfstraßen. Nämlich acht, und das war keine Scherzfrage.

Weiter ging es mit einem vielfältigen Programm an 15 Orten in der Stadt. Künstler, Musiker, Kunsthandwerker, Vereine und kulturelle Einrichtungen sorgten für ein buntes kulturelles und unterhaltsames Angebot, und so mancher Besucher wusste gar nicht, wofür er sich entscheiden sollte. Glücklicherweise fanden viele Veranstaltungen mehrmals statt, so dass keiner das Gefühl hatte, etwas zu verpassen.

Erstmals dabei in diesem Jahr waren der Schmetterlingspark mit einer Nachtwanderung, der Heimatverein Klütz, der Fahrradverleih Stock&Stein Bikes sowie Alice Popko mit autogenem Training und Hypnose.

Der Heimatverein war für diesen Abend vom Thurow in die Schloßstraße umgezogen und hatte in der Hofeinfahrt ein gemütliches Wohnzimmer eingerichtet. Die Besucher konnten alte Stadtansichten von Klütz betrachten, die großflächig an die Hauswand projiziert wurden. Drei Plattschnackerinnen trugen Texte vor, Hannes und Sandra Palm sowie Philipp Mohn spielten und sangen plattdeutsche Hausmusik. Kulinarisches Highlight war die Mecklenburger Götterspeise, in Rum getränktes Schwarzbrot mit Zucker, Sauerkirschen und Schlagsahne.

Mörderisch und blutrünstig ging es im Literaturhaus „Uwe Johnson“ zu. Der Autor und Historiker Bert Lingnau las aus seinem Buch „Rübe ab! – Der kriminelle Reiseführer aus Mecklenburg und Vorpommern“ über wahre Kriminalfälle, die sich innerhalb der letzten 600 Jahre ereignet hatten. Die Zuhören erfuhren vom Falschmünzer aus Gadebusch und Wismar aus dem frühen 17. Jahrhundert, der auf Befehl des Herzogs geköpft wurde. Oder vom Wilderer, der den Förster erschossen hatte und aufgrund seiner Verletzung am Bein des Mordes überführt werden konnte. Ebenso von den Müllersleuten, die ihre Übernachtungsgäste aus Habgier töteten und dabei versehentlich ihren eigenen Sohn umbrachten.

Das Gitarren- und Gesangsduo Hanshagen sorgte ab 20.00 Uhr mit seinen wunderbaren, teils heiteren, teils melancholischen Liedern für gute und entspannte Stimmung im Literaturhaus. Und die vielen herzhaften Köstlichkeiten, die die Mitglieder des Fördervereins mitgebracht hatten, der Wein und gute Gespräche trugen ihr übriges zur gemütlichen Atmosphäre bei.

In die Produzentengalerie von Catrin Freuschle und Michael Schimmel in der Alten Molkerei konnte man während der Kultournacht eigene Messer zum Schleifen bringen oder lernen wie man Mosaike macht. Das Duo Hackepeter mit Roland Zech und Dirk Oberbeck begeisterte auf der Bühne des Café Miluh mit seinem Lustspiel „Opas auf Reisen“ oder „Wer mit der Zeit geht“ mit drei Vorstellungen die Zuschauer. Eine gelungene Parodie auf Platt über die Technisierung unseres Lebens.

Ein beeindruckendes Konzert mit Orgel und Trompete mit den Musikern Ulf Rust und Ilya Pril konnten die Besucher der Kultournacht ab 20.00 Uhr in der St. Marien-Kirche erleben. „Prinzessin auf der Erbse“ hieß die Märchenpredigt im darauffolgenden Nachteulengottesdienst mit Pastorin Pirina Kittel.

Weitere Programmpunkte waren Führungen mit Uli Arph als Nachtwächter und ein Literarischer Spaziergang auf den Spuren von Uwe Johnson mit Barbara Stierand. Mit Volker Jakobs vom Förderverein Schloss Bothmer konnte man eine Sonderführung durch Schloss Bothmer erleben und über berühmte Frauen in Mecklenburg hielt Susan Fuchs einen Vortrag im Gutshaus Arpshagen. Martina Peters präsentierte Vorführungen am Spinnrad in der Alten Molkerei. Einen funkelnden Abschluss fand die 4. Klützer Kultournacht mit der tollen Feuershow von „Minh la fayette“ hinter der Alten Molkerei.

Die grazile Feuerkünstlerin jonglierte, schwang und kreiste mit dem Feuer und zog die Zuschauer in ihren Bann. Bei einer Partynacht mit DJ Sammi im Café Miluh feierten die Gäste noch bis in die späte Nacht hinein.

 

 

Bilder: B. Stierand, C. Freuschle, A. Palm

Bert Lingnau las im Literaturhaus aus seinem Buch „Rübe ab! – Der kriminelle Reiseführer aus Mecklenburg und Vorpommern“
Empfangskomitee des Heimatvereins: Sandra Palm und Steffen Arndt
Gemütliche Heimatstube mit Plattschnackerinnen
Angelika Palm, Nadine Schmidt, Jenny Steinbrecher und Hannes Palm am Stand des Heimatvereins (v.l.n.r.)
Maria Schultz und Gisela Fischer vom Förderverein des Literaturhauses freuen sich über die ersten Einnahmen durchs Kuchenbuffet
Nachtwächterführung mit Uli Arph (Mitte mit Hut)
Entspannte Stimmung und gemütliche Atmosphäre im Literaturhaus „Uwe Johnson“ mit dem Gitarren- und Gesangsduo Hanshagen
Großer Andrang im Literaturhaus am Wein- und Kuchenbuffet.
Lena Djalek hat gerade ihr freiwilliges kulturelles Jahr im Literaturhaus begonnen.
„Opa“ Roland Zech sucht einen Briefkasten für seine „altmodische“ Postkarte im Café Miluh.
„Opas unterwegs“ hieß das Lustspiel. Die beiden alten Freunde versuchen, ein E-Bike zu starten.
Funkelnde Feuershow zum Abschluss mit „Minh la fayette“.
Messerschleifen mit Michael Schimmel in der Produzentengalerie der Alten Molkerei
So entsteht ein Mosaiktisch. Gabriele Otto zeigt, wie¹s geht.
... mit Pappe, Steinchen und viel Kleber
Marianne Löhrmann am Spinnrad.
Lichtinstallation im Westflügel von Schloss Bothmer von Decoholix

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