Die Feuerzangenbowle

 

„Eine blutrote dampfende Flüssigkeit“ konnten die Zuschauer im Literaturhaus „Uwe Johnson“ probieren. Hagen Hubert Möckel bereitete das süffige Getränk mit Rotwein und Zuckerhut nicht nur live auf der Bühne zu, sondern bescherte dem Publikum auch noch einen äußerst heiteren Abend mit seiner Lesung aus dem Roman „Die Feuerzangenbowle.

„Die Feuerzangenbowle“ – hier mit Hagen Hubert Möckel im Literaturhaus „Uwe Johnson“.
„Die Feuerzangenbowle“ – hier mit Hagen Hubert Möckel im Literaturhaus „Uwe Johnson“.

In Frack und Zylinder gekleidet ließ der Schauspieler die Geschichte des Dr. Johannes Pfeiffer („mit drei f, eins vor dem ei und zwei danach“) am Freitag, den 12. November 2021 lebendig werden. Als schon erfolgreicher Schriftsteller verkleidet dieser sich als Oberschüler, schmuggelt sich in ein Gymnasium in der kleinen Stadt Babenberg ein und spielt seinen Lehrern, zusammen mit seinen Mitschülern, die wildesten Streiche. Er wollte auch einmal erleben, wie es auf einer richtigen Schule so zugeht. Wurde er selbst doch nur von einem Hauslehrer unterrichtet.

Das Publikum lachte herzlich über die wunderbar komödiantischen Szenen aus Film und Buch. Die wichtige Frage „Wat is en Dampfmaschin?“ durfte nicht fehlen oder auch die Geschichte mit der „alkoholischen Gärung“, bei der jeder Schüler im Chemieunterricht „nor einen wönzigen Schlock“ des selbstgemachten Heidelbeerweins probieren konnte. Die schon in Buch und Film herrlich karikierten Mitglieder des „Lehrkörpers“ bekamen auch in dieser wunderbaren Lesung ihr Fett weg. Möckel ließ die Lehrer Schnauz, Bömmel und den Direktor Knauer mit ihren verschrobenen Eigenarten und sonderbaren Sprechweisen durch Stimme und Schauspiel lebendig werden.

Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren begeistert, und Hagen Hubert Möckel freute sich, „in diesem wunderbaren Literaturhaus“ aufgetreten zu sein. Mit einer eleganten Geste in Richtung Weinverkaufstisch empfahl er den Gästen „mit nor einem wönzigen Schlock“ den Abend ausklingen zu lassen.

„Die Feuerzangenbowle“ von Heinrich Spoerl erschien 1933 im Düsseldorfer Industrieverlag und wurde dreimal verfilmt. Die erste Filmfassung erschien 1934 unter dem Titel „So ein Flegel“. Am bekanntesten wurde die Verfilmung von 1944 mit Heinz Rühmann in der Hauptrolle. Die dritte Filmfassung mit Walter Giller in der Hauptrolle kam 1970 in die Kinos.

Fotos: Anja-Franziska Scharsich, Barbara Stierand

Heitere Lesung mit Geschichten aus Buch und Film.
Heitere Lesung mit Geschichten aus Buch und Film.
Heitere Lesung mit Geschichten aus Buch und Film.
Heitere Lesung mit Geschichten aus Buch und Film.
Eine Kostprobe des dampfenden Getränks aus Rotwein, Rum und Zuckerhut gab es für alle Zuschauer.
Eine Kostprobe des dampfenden Getränks aus Rotwein, Rum und Zuckerhut gab es für alle Zuschauer.