Klütz tanzt und leuchtet – 3. Klützer KulTOURnacht

 

Ob französische Chansons, höfisches Menuett oder leuchtende Kunstobjekte mit Fledermäusen – die vielen Besucher konnten während der Klützer KulTOURnacht an 15 Stationen ein tolles kulturelles und kunsthandwerkliches Programm erleben.

 

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Das „Duo Hanshagen“ im Literaturhaus

Den Anfang machte an diesem 14. Oktober 2017 der Klützer Kaffeebrenner mit einer Fahrt von Klütz nach Reppenhagen und zurück. Die Schmalspurbahn kann auf eine erfolgreiche Saison mit fast 28.000 Fahrgästen zurückblicken. Mitglieder vom Freundeskreis kamen in Originaluniformen von 1920 und verliehen der Veranstaltung dadurch ein besonderes Flair. Im Anschluss beantwortete Peter Farlow, der Organisator des Freundeskreises, im Eisenbahnmuseum die vielen Fragen der Reisenden zum „Lütt Kaffebrenner“.

Seine Eröffnungsrede hielt Bürgermeister Guntram Jung um 17.00 Uhr in luftiger Höhe von der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr aus. Die Kameraden hatten sich am Marktplatz frühzeitig postiert und zeigten während des gesamten Abends ihre Technik, ihre Geräte und Löschfahrzeuge. Auch die traditionelle Kartoffelsuppe aus der Gulaschkanone durfte nicht fehlen.

Was haben der Ort Jerichow aus dem Roman „Jahrestage“ von Uwe Johnson und Klütz gemeinsam? Auf diese Spurensuche konnten sich Literaturinteressierte mit Barbara Stierand vom Förderverein des Literaturhauses begeben. Zweimal führte Ulrich Arph als Nachtwächter die Besucher durch Klütz und erzählte spannende Geschichten aus der Geschichte und der Gegenwart.

„Temps de vivre – Zeit zum Leben“ – mit diesem Programm begeisterte der Schauspieler und Sänger Moritz Stoepel seine Zuhörer im Literaturhaus „Uwe Johnson“. Er entführte mit Gedichten, Prosatexten und Chansons in das literarische Frankreich verschiedener Jahrhunderte. Für gute und entspannte Stimmung sorgte ab 20.00 Uhr das Duo Hanshagen aus Schwerin mit Konzertgitarren und jeder Menge Lieblingsliedern aus allen musikalischen Himmelsrichtungen. Für Kinder war extra das Klex-Theater aus Augsburg angereist. Im Theaterstück „König Rattus und die Ritter der Käserunde“ gaben Raphaela Mire und Gabriele Beier den Leseratten Ratz und Wuschel ihre Stimmen.

Im großen Festsaal des Schlosses Bothmer versammelten sich Tanzbegeisterte und ließen sich in die Grundschritte des Menuetts einführen. Der höfische Tanz im Dreivierteltakt ist aber nicht so einfach wie er aussieht. „Hauptsache Sie schreiten schön aufrecht und bewegen sich leichtfüßig“, so Antje, die Tanzlehrerin. „Die Röcke waren sowieso lang und ausladend im Barock, da kam es dann nicht so sehr auf die Schritte an.“

Auf einen Streifzug durch die Musikwelt ging es mit Ilya Pril, Emil Pril und Marina Pril in der St. Marien-Kirche. Im Konzert „Eine Nacht wie heute“ mit Saxophon, Orgel und Gesang konnten die ca. 90 Zuhörer Lieder aus dem Musical „Das Phantom der Oper“ und viele andere Musikstücke aus Jazz, Pop und Klassik hören. „Ich wusste gar nicht, dass unsere Orgel so viele Facetten bietet“, zeigte sich Pastorin Pirina Kittel am Ende begeistert.

Gäste, die es etwas ruhiger wollten, waren am fortgeschrittenen Abend im Schlossrestaurant „Orangerie“ genau richtig. Entspannte Lounge-Atmosphäre bei Live-Jazz-Musik von Kai Beller am Piano und exotische Cocktails waren hier angesagt.

Erstmalig dabei war dieses Jahr Susann Schramm, die „Im Thurow“ vor kurzem ein Yoga-Studio eröffnet hat. Eine halbe Stunde Yoga zum Schnuppern gab es zweimal an diesem Abend. Um 19.00 Uhr wurde der Dokumentarfilm „Yoga – Die Kunst des Lebens“ gezeigt. Auf großes Interesse stießen auch die Führungen im Gutshaus Arpshagen mit dem neuen Eigentümer Wolfgang A. Büscher. Mit von der Partie war dieses Jahr auch Thomas Ritter vom Flohmarkt Antik in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Mit leuchtenden Feuerkannen und einem breiten Angebot an Antiquitäten und Kuriositäten lockte er das Publikum in sein Geschäft.

Schmieden am offenen Feuer, eine faszinierende Tätigkeit, die viel Geschick und Erfahrung braucht. Michael Schimmel zeigte seine Kunst und hatte dementsprechend viel Publikum in der Galerie für Handwerkskunst. Die Papier- und Drahtkünstlerin Angelika Wehnes-Stüve aus Schwerin stellte dort ihre eindrucksvollen Lichtobjekte aus, u. a. ein Objekt mit 95 Fledermäusen. „Dies steht mit dem Luther-Jahr in Verbindung und seinen 95 Thesen“, erklärte die Künstlerin.

„Die Drei Groschen-Opas“ präsentierten Roland Zech von den Reuters Fritzen und sein Musikpartner im Café Miluh in der alten Molkerei. Ein heiteres Theater- und Singspiel mit Landfolk und kessem Wortwitz. Ob nackter Mann am Anfang, Opas mit Rollator und schwingenden Krückstöcken, ob das beeindruckende Bühnenbild mit rotem Samtvorhängen und Moskitonetzen – die Zuschauer waren begeistert.

Als dann um 22.30 Uhr alles vorbei war, war noch lange nicht Schluss. Dann ging es erst richtig los im Café Miluh bei der After-Show-Party und „Heidenspaß by Heide Lörcher“. Gäste jeden Alters drängten sich auf der Tanzfläche und rockten was das Zeug hält. „Der Bär steppt und der Saal tobt“, freute sich DJ Sammi, der mit seiner Weltenmusik genau den richtigen Ton traf. Nachts um zwei ging dann die 3. Klützer KulTOURnacht zu Ende.

 

Fotos: Burkhild Drochner, Barbara Stierand, Anja-Franziska Scharsich

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Angelika Wehnes-Stüve und Catrin Freuschle vor den Lichtobjekt „Fledermäuse für Frieden miteinander“
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„Die Drei Groschen-Opas“ im Café Miluh
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Einführung in den höfischen Tanz im Festsaal von Schloss Bothmer

 

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Cocktails und Jazz im Schlossrestaurant „Orangerie“
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Kai Beller am Piano
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Die Freiwillige Feuerwehr Klütz zeigte ihre Geräte auf dem Marktplatz
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Getränke und Snacks im Literaturhaus erfreuten sich großer Beliebtheit
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Vergnügte Gäste: Michael Karstadt und Eckart Witte
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Entspannte Gäste in der Kinderbiblothek
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Thomas Ritter vom Flohmarkt Antik im Kaufhaus Klütz
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Georg Heilmann von der Galerie „Kein Käse“ mit Künstlerinnen
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... früh übt sich...
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... wer ein Meister werden will. Hier Schmiedemeister Michael Schimmel.
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Anja-Franziska Scharsich, Moritz Stoepel, Veronika Sergl-Vahlenkamp
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DJ Sammi im Café Miluh bei der After-Show-Party
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Hier rockt der Saal und steppt der Bär
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Veranstalter Stefan Peters freut sich über den gelungenen Abend
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Moritz Stoepel singt französische Chansons
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Das Klex-Theater aus Augsburg mit „König Rattus“
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"De Lütt Kaffeebrenner" vor seiner Abfahrt nach Reppenhagen
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Peter Farlow beantwortet Fragen der Reisenden
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Originalfahrkarte des „Kaffeebrenners“ vom 19.06.2015 mit Entwertungsstempel vom 14.10.
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Die Freiwillige Feuerwehr Klütz auf dem Marktplatz
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Literarischer Spaziergang auf den Spuren von Uwe Johnson
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Nachtwächterführung mit Ulrich Arph
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Die Musikerfamilie Pril gab ein Konzert in der St. Marien-Kirche