Klützer Friedhof wird umgestaltet

 

Etwa 15 Interessierte kamen zum Friedhofsrundgang mit Pastorin Pirina Kittel an diesem trüben Novembernachmittag. Seit Mitte Oktober wird der kirchliche Friedhof gegenüber der Sporthalle Klützer Winkel im Auftrag der Kirchgemeinde umgestaltet.

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Pastorin Pirina Kittel erklärt die Umgestaltung des Friedhofs.

„Als erster Arbeitsschritt sind entlang der Mittelachse die Bäume beschnitten worden“, so die Pastorin. „Weitere Formschnitte werden folgen. Auch neue Bäume werden gesetzt und Sträucher gepflanzt. Unser Anliegen ist es, den Friedhof als würdigen Ort des Gedenkens zu erhalten und zu verbessern. Angehörige sollen sich in einer schönen Atmosphäre an ihre Verstorbenen erinnern können.“

Voraussichtlich nächstes Frühjahr wird die Umgestaltung abgeschlossen sein. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Die Wege sind zum Teil bereits erneuert, der Mittelweg ist mit Brechsand befestigt, die östlichen und westlichen Eingangstore werden aufgearbeitet und schön gemacht. Eine neue Wasserstelle für die Gießkannen wird angelegt, an den vorhandenen kommen Drahtkörbe für Kompost und andere Abfälle hinzu.

„Die alten Strukturen des Friedhofs werden wieder sichtbar gemacht“, so die Pastorin. „Ursprünglich gab es drei Rondelle. Eines war verlorengegangen. Das ist jetzt wieder zu sehen.“

Auch für den Küster und Betreuer des Friedhofs, Hans-Joachim Leopold, werden sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Ein neues Haus für Geräte und Arbeitswerkzeuge wird in einem Teilbereich des Friedhofs gebaut. „Es wird ungefähr so aussehen wie das niedrige Nebengebäude im Pfarrhof mit der Holzfassade“, erläutert Pirina Kittel.

Die Nachfrage nach Urnenbestattungen nimmt auch in Klütz zu. Neben den Erdbestattungen und den individuellen Urnengräbern ist bereits ein neues Rondell für Urnengemeinschaftsgräber angelegt worden. „Dort wird noch eine Trauerblutbuche gepflanzt und eine Rundbank angebracht“, beschreibt die Pastorin das Vorhaben. Auch an anderen Stellen werden Sitzbänke geschaffen, für die zum Teil alte Granitsockel verwendet werden, die auf dem Friedhof vorhanden sind.

„Die Erinnerung an die Menschen, die hier gelebt haben, soll lebendig bleiben“, so Kittel. „Deshalb gibt es auch keine anonymen Gräber.“

Auch der Cap-Arcona-Gedenkstein auf dem Friedhof wird derzeit im Auftrag der Stadt Klütz saniert. Der Stein erinnert an den Untergang der beiden Schiffe „Cap Arcona“ und „Thielbeck“. Sie waren mit KZ-Häftlingen voll besetzt und wurden am 3. Mai 1945 von der britischen Luftwaffe in der Lübecker Bucht bombardiert. 7000 Häftlinge fanden wenige Tage vor Ende des Zweiten Weltkriegs den Tod. Ihre Leichen wurden an den Stränden der Lübecker und Mecklenburger Bucht angespült. 16 Todesopfer fanden auf dem Klützer Friedhof ihre letzte Ruhestätte.

Die Gedenkstätte soll um Informationsstelen zum historischen Geschehen erweitert werden. Sitzplätze werden geschaffen und ein neues Heckenrondell wird entstehen.

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Ein neuer Platz für Urnengemeinschaftsgräber soll um das Rondell herum entstehen.
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Die alten Wege sind bereits erneuert worden.
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Wegbegrenzungen werden von den Mitarbeitern der Firma Rumpf gesetzt. Rechts im Bild der Cap-Arcona-Gedenkstein.

 

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Etwa 15 Interessierte waren trotz trüben Wetters gekommen.
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Hier wird noch gebaut. An dieser Stelle entsteht ein Arbeits- und Gerätehaus.
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Das Team der Garten- und Landschaftsbauer. Immer wieder hat das Wetter zu Verzögerungen bei den Arbeiten geführt.