Klützer unterwegs auf den Spuren der Auswanderer

 

Auf den Spuren der Auswanderer, die im Jahr 1844 den Klützer Winkel verlassen hatten, war im Februar 2020 eine Reisegruppe aus dem Klützer Winkel unterwegs.

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Lothar Birzer und Barry Brown überreichen Erinnerungstafeln an den Pastor der St. Pauls Church

Vor fast genau 175 Jahren betraten die ersten mecklenburgischen Siedler die Tasmanische Region in Neuseeland. Es waren 28 Familien, hauptsächlich aus dem Klützer Winkel, die damals mit dem Schiff Skjold von Hamburg aus aufbrachen.

Diese Menschen bauten unter schwierigsten Bedingungen in Neuseeland Gemeinschaften und Lebenskulturen auf. Ihre Leistungen begeisterten, und sie verdienten sich die Anerkennung auch der heute lebenden Neuseeländer.

In ihrer neuen Heimatregion, dem Tasmanischen District nahe Nelson, wurde kürzlich im Beisein des deutschen Botschafters Gerhard Thiedemann und seiner Frau Marlies sowie den Bischöfen der Lutherischen Kirche von Neuseeland in einer gemeinsamen Feier mit Angehörigen dieser Ahnen gedacht. Dabei wurde deutlich, welchen Stellenwert die Siedler aus Mecklenburg noch heute haben.

Der Neuseeländische Parlamentsabgeordnete Damien O’Connor schreibt in einem Brief an den Mecklenburger Landtag: „Aus lokaler Sicht wissen wir auch, dass die mecklenburgischen Siedler maßgeblich zur Errichtung einer Reihe von Siedlungen in der Tasmanischen Region beigetragen haben. Die Beiträge der Siedler zur lokalen landwirtschaftlichen Entwicklung, insbesondere zur Entwicklung bedeutender Hopfen-, Tabak- und Obstfarmen, wurden zu prägenden Merkmalen der Gemeinden, von denen einige bis heute im Bezirk Moutere erfolgreich sind.

Diese sehr wichtigen Einflüsse bleiben auf Dauer erhalten, und die Lutherische Gemeinschaftskirche St. Paulus steht als ein Denkmal für die Errungenschaften und fortdauernden gemeinschaftlichen Einflüsse unserer frühen deutschen Siedler.

Es ist jetzt wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen, uns an diese frühen Siedler zu erinnern, die unermüdlich für die Region gearbeitet haben, nicht nur im Agrarsektor, sondern auch bei der Schaffung wundervoller Gemeinschaften wie zum Beispiel in den Regionen Upper und Lower Moutere“.

Genau an diese Leistungen der mecklenburgischen Siedler sollte nach Wunsch von Damien O’Connor und anderen neuseeländischen Politikern und Würdenträgern erinnert werden, in Form von zwei Erinnerungstafeln an den Kirchen in Upper Moutere (Sarau) und Ranzau, die von den Siedlern erbaut worden waren.

Diesen Wunsch griffen Barry Brown und ich auf. Wir hatten die neue Reise mit 21 Teilnehmern aus dem Klützer Winkel nach Neuseeland organisiert. Unterstützung erhielten wir von Tilo Gundlack, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Tilo Gundlack war sehr angetan von dieser Idee und so konnte ich die beiden Erinnerungstafeln mit auf die Reise nehmen. In zwei Gottesdiensten und Gedenkfeiern wurden die Tafeln dann feierlich an die Gemeindevertreter übergeben. Die Gemeinde war zusammengekommen und die Kirche fast auf bis den letzten Platz gefüllt.

In der St. Paulus-Kirche in Upper Moutere brannte am Altar immer noch die Osterkerze, die wir als Gastgeschenk unserer Kirchengemeinde Klütz-Boltenhagen-Bössow 2015 mitgebracht hatten.

Die Menschen in Upper Moutere waren voller Freude über unseren Besuch, und neben der wunderschönen Feier in der Kirche anlässlich der Ehrung der frühen Siedler aus Mecklenburg, verbrachten wir als Gruppe wunderschöne Tage in den Gastfamilien.

Bei einem großen Barbecue wurden Kontakte und Gespräche vertieft oder neue Freundschaften geschlossen, die genauso nachhaltig sein dürften, wie die fantastischen Bilder dieser Reise in einem wunderbaren Land.

Die Rundreise führte uns zu Wasserfällen, Gletschern, türkisgrünem Wasser, Bergen und Landschaften wie im Film, grandioser Natur und zu Menschen, die uns mit einer Offenheit und Herzlichkeit begegneten, wie man sie bei uns oft vermisst.

Die Eindrücke dieser Reise waren überwältigend und werden alle Teilnehmer sehr lange begleiten. Und es erfüllt einen mit Stolz, dass unsere Vorfahren aus Mecklenburg mit dazu beigetragen haben, dass man heute hier in Neuseeland Menschen begegnet, die das Erbe unserer Vorfahren, in Form von Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Offenheit weiterleben.

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Reisegruppe aus dem Klützer Winkel
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Lothar Birzer zeigt die Erinnerungstafel
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Text der Erinnerungstafeln

 

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Franz-Josef-Gletscher im Westland-Nationalpark auf der Südinsel
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Schwarzer Schwan
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Bungee-Sprung von Brücke
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Pancake Rocks im Paparoa-Nationalpark auf der Südinsel
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Urwald
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Queenstown
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Bahnhofshalle in Dunedin
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Moeraki Boulders – kugelförmige Felsen am Strand
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Shanty Town
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Lokomotive
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Der Silberfarn, eines der bekanntesten Symbole für Neuseeland.
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Wasserfälle
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Kein Hai, sondern ein Boot, das eine Touristenattraktion in Queenstown ist.
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Delfin