„Laurel und Hardy“ und „Sterben für Anfänger“

 

„Ein Freund, ein guter Freund ...“ ist das diesjährige Motto des Klützer Literatursommers. Um ungewöhnliche und berührende Freundschaften ging es auch bei den beiden Lesungen im August mit Christian Blees und Alexandra Friedmann im Literaturhaus „Uwe Johnson“.

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Lachen mit Stan und Ollie am 9. August 2019 im Literaturhaus „Uwe Johnson“

Der Berliner Journalist und Autor Christian Blees begeisterte am 9. August 2019 sein Publikum mit einer Lesung, Filmen und Anekdoten zu dem begnadeten Komiker-Duo „Laurel und Hardy“, in Deutschland bekannt als „Dick und Doof“.

Er erzählte von der innigen Freundschaft, die beide Darsteller verband, und gab einen Einblick in die Dreharbeiten ihrer Filme in 1920er- und 1930er-Jahren. Christian Blees zeigte u. a. den Film „Liberty“ von 1929, in dem Stan und Olli auf der Flucht aus dem Gefängnis in schwindelerregender Höhe auf einem Stahlgerüst landen und versuchen, von dort in halsbrecherischer Weise wieder herunterzukommen. „Glauben Sie nicht, dass dies im sicheren Studio nur zwei Meter über dem Boden gedreht wurde“, so Blees. „Die beiden mussten tatsächlich auf das 70 Meter hohe Gerüst rauf und Olli fiel sogar runter. Zum Glück war ein Netz gespannt worden.“ „Liberty“ war gleichzeitig der letzte Stummfilm des Duos. „Für viele Schauspieler bedeutete der Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm das Aus, da ihre Stimmen sich nicht für den Tonfilm eigneten“, erläuterte Christian Blees, „glücklicherweise nicht für Stan Laurel und Oliver Hardy.“

Die beiden waren weiter mit ihrer unvergleichlichen Komik erfolgreich, die sich aus einer anfänglichen Ungeschicklichkeit heraus oftmals bis zur Katastrophe steigerte. So zu sehen an diesem Abend auch in dem Film „Laughing Gravy“ (Lachender Gravy), eine Geschichte um einen kleinen Hund, von dem der Vermieter nichts wissen darf.

In seinem Programm bezog sich Christian Blees auch auf Passagen des Romans STAN des irischen Autors John Connolly, in dem Stan Laurel auf sein Leben und auf die gemeinsame Karriere und besondere Freundschaft mit Oliver Hardy zurückblickt. Der Roman ist erschienen bei Rowohlt.

 

Von einer ganz anderen, gegenwärtigen Art von Freundschaft erzählte Alexandra Friedmann in ihrem Roman „Sterben für Anfänger oder Rafik Shulmans erstaunliche Reise ins Leben“. Sie las am 23. August 2019 im Literaturhaus.

Der junge Rafik, Sohn jüdischer Einwanderer, hat es sich in den Kopf gesetzt, neben seinem Studium in einem Hospiz zu arbeiten – sehr zum Leidwesen seiner Mutter und Großmutter. Sein Vater ist bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ums Leben gekommen und seitdem ist das Thema Tod ein Tabu in seiner Familie. Im Hospiz lernt er Charlotte kennen, die zwar todkrank, aber ungeheuer lebenslustig ist. Diese Begegnung verändert sein Leben.

Ein warmherziges und sehr lesenswertes Buch voller Witz, Weisheit, Wehmut und Charme mit autobiographischen Zügen. Auch die Autorin stammt aus der Ukraine und wohnte in der Nähe von Tschernobyl. Im Alter von drei Jahren verließ sie mit ihrer Familie nach der Reaktorkatastrophe die Ukraine und wanderte in den 1990er-Jahren nach Deutschland aus.

Der Roman ist bei btb erschienen.

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Der Journalist und Autor Christian Blees zeigte Filme des Komiker-Duos erinnerte an Leben und Werk der beiden Komiker.
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Alexandra Friedmann las am 23. August 2019 aus ihrem Roman „Sterben für Anfänger“
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Signierstunde nach der Lesung mit Alexandra Friedmann