Orgel erklingt wieder in der Klützer St. Marienkirche

 

Nach neunmonatiger Sanierung erklang die Winzer-Orgel in der Klützer St. Marienkirche am 20. Juli 2020 wieder für Besucher.

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Einleitend zum Konzert begrüßte Pastorin Pirina Kittel alle Anwesenden. Ein Überraschungsgast ließ sie jedoch den Faden ihrer einleitenden Worte verlieren: Pastor i. R. Hartmut Glüer, Pastor der St. Marienkirche von 1985 bis 1997,  betrat mit seiner Ehefrau die Kirche und wohnte dem Konzert bei.

Ein Konzert der Extraklasse wurde den Zuhörern bei der Einweihung der sanierten Winzer-Orgel geboten.

Mit dem gekonnten Spielen der Orgel durch Ilya Pril wurde das breite Spektrum der vorhandenen Töne erlebbar. Auch das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten wie Klarinette (Kati Frölian), Fagott (Ralph-Uwe Künzel), Trompete (Jumiko Edane), Posaune (Hidehisa Edane), Schlagzeug (Lukas Meier-Lindner) und Gesang (Marina Pril) war ein Hörgenuss.

Zur Geschichte dieser Königin der Instrumente: Die 1871 von Friedrich Wilhelm Winzer (1811 – 1886) erbaute Orgel ist mit ca. 1100 Pfeifen bestückt. Die Größe der Orgelpfeifen reicht von wenigen Zentimetern bis zu mehr als drei Metern. Sie verfügt über zwei Manuale, ein Pedalmanual und zwanzig Register.

Die im Original verbauten Zinnpfeifen wurden im Ersten Weltkrieg ausgebaut, erst 1931 wurden sie durch einfache Zinkpfeifen ersetzt. Bis zur jetzt abgeschlossenen Sanierung war es ein langer Weg. Nur durch das Zusammenwirken vieler engagierter Bürger konnte dieses Meisterwerk der Handwerkskunst saniert werden und erfreut heute mit seinem vollen, tollen Klang die Zuhörer.

Das Wort „sanieren“ spricht man so einfach aus, aber so einfach war es denn doch nicht. Wie so oft kamen bei näherer Betrachtung mehr Schäden zu Tage, die sich gekonnt versteckt hatten. So mussten zusätzlich starke Verschmutzungen durch Fledermäuse beseitigt, verdeckter Wurmfraß und von innen gerissene Windladen repariert werden. Jetzt sind alle Pfeifen gereinigt, kaputte und zerfressene Teile neu gefertigt und eingebaut, die Klaviaturen erneuert und die Mechanik intakt gesetzt. Außerdem wurde der Blasebalg vor Ort repariert.

Die Kosten für die Sanierung trugen der Kirchbauverein der St. Marienkirche, der Kirchenkreis Mecklenburg und die Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. „Die Spenden, die der Kirchbauverein jährlich sammelt, sind gut angelegt und kommen allen zu gute, die Interesse an guter Orgelmusik und vor allem an alter Handwerkskunst haben. Werden Sie Teil dieses Vereines. Ich bin stolz, hier Mitglied zu sein“, freute sich Burkhild Drochner nach der feierlichen Einweihung.

In den Sommermonaten lädt Manfred Absalon, ehrenamtlicher Organist, jeden Mittwoch von 15:00 bis 17:00 Uhr zum „Orgelpunkt“ in die Kirche ein. Sein Wunsch ist es, dass möglichst viele Menschen den neuen Orgelklang erleben können. Der Eintritt ist frei.

 

Fotos: Burkhild Drochner, Lothar Birzer
 

 

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Pastor i. R. Hartmut Glüer, Pastor der St. Marienkirche von 1985 bis 1997 mit seiner Ehefrau.
Pastor i. R. Hartmut Glüer, Pastor der St. Marienkirche von 1985 bis 1997 mit seiner Ehefrau.
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Pastorin Pirina Kittel bei der Andacht.
Pastorin Pirina Kittel bei der Andacht.