Von den Quellen des Nils bis zum Dach der Welt – „Mein Leben als Reise“

 

Faszinierende Bilder, beeindruckende Filme, sphärische Musik. Der Weltenwanderer, Filmemacher und Reiseschriftsteller Bruno Baumann nahm die Zuhörer mit auf seine abenteuerlichen Expeditionen durch die Naturlandschaften dieser Erde.

„Mein Leben als Reise“, Vortrag des Schriftstellers Bruno Baumann in Schloss Bothmer.
„Mein Leben als Reise“, Vortrag des Schriftstellers Bruno Baumann in Schloss Bothmer.

Auf Einladung des Literaturhauses „Uwe Johnson“ war der gebürtige Österreicher von München an die Ostsee gekommen. Im Rahmen des Klützer Literatursommers präsentierte er seine Erlebnisse in dem spannenden Multimediavortrag „Mein Leben als Reise“ am Donnerstag, den 12. August 2021 im Ostflügel von Schloss Bothmer. Afrika, Neuguinea und Asien waren seine Ziele.

Den Drang die Welt zu erforschen, hatte er schon in seiner Studienzeit in den 1970er-Jahren, und er sollte ihn bis heute nicht mehr loslassen. „Damals war Reisen noch völlig anders. Es gab kein Google-Earth, keine Influencer und auch der Klimawandel war noch kein Thema“, erzählt Baumann. Das Geld für seine ersten Touren verdiente er sich am Fließband in einer Autofabrik. Seine erste Reise ging nach Kenia. Mit zwei Freunden fuhr er in einem klapprigen PKW direkt in den Nationalpark. „Wir waren zuerst an der Küste für einen ganz normalen Urlaub, träumten aber vom Landesinneren und wollten die Wildtiere hautnah erleben“, so Bruno Baumann. „Dort begegneten wir auch dem faszinierenden Volk der Massai.“

Es folgten Reisen nach Zaire, Uganda und in den Kongo sowie eine Expedition in das Ruwenzori-Gebirge. Später dann ein zweites Mal für eine TV-Produktion zusammen mit Weggefährten sowie einer größeren Gruppe von einheimischen Trägern. „Die Gletscher des Ruwenzori-Gebirges liegen auf etwa 4800 Metern Seehöhe und ihre Wasser speisen die Quellen des Nils“, berichtet Baumann. Die rasante Gletscherschmelze aufgrund der Klimaerwärmung zeigte er anhand von Bildern auf und wies auf die dramatischen Folgen für den mächtigen Strom Afrikas hin.

Besonders beeindruckend waren die Fotos der wundersamen Pflanzenwelt des Berg-Regenwaldes auf etwa 4000 Metern unterhalb der Gletscher. Riesenlobelien und überdimensionale Kakteen, Felder mit hohem Edelweiß und andere Pflanzen, die man bei uns nur im Kleinformat kennt, wachsen und blühen miteinander wie in einem Zaubergarten für Riesen.   

Weitere Höhepunkte seiner entdeckungsreichen Expeditionen waren die Durchquerungen der Wüsten Taklamakan und der Wüste Gobi in Zentralasien. Die Wüste Gobi durchquerte er zum ersten Mal mit einer Kamelkarawane und Gefährten, zum zweiten Mal im Alleingang. „Im Laufe der Jahre ist Asien für mich zu meiner zweiten Heimat geworden. Seit 35 Jahren fahre ich jedes Jahr einmal in den Himalaya oder nach Tibet“, erzählt Baumann. Kein Wunder, dass der Schriftsteller und Filmemacher gegenwärtig als einer der besten Kenner Tibets und des Himalayaraumes gilt. Über zwanzig Reisen unternahm er allein zum Berg Kailash, dem Heiligen Berg der Tibeter, der wegen seiner religiösen Bedeutung noch nie bestiegen wurde. Dennoch ist er das Ziel von vielen Pilgern, die ihn umrunden.

Für sein Buch „Kailash – Tibets Heiliger Berg“ erhielt der Trekking-Experte 2002 den Globetrotter-Reisebuchpreis für das beste Reisebuch des Jahres. 1991 kam das Buch „Das verborgene Tibet“ mit einem Interview des Dalai Lama heraus. Viele seiner Bücher sind bei Malik National Geographic erschienen.

Regen Zulauf hatte auch der Büchertisch nach Ende des Vortrags, wo die Gäste die Gelegenheit nutzten, sich Bücher signieren zu lassen und mit dem sympathischen Tibetkenner ins Gespräch zu kommen. „Tashi Delek“ – „Glück und Frieden“, diesen tibetischen Gruß schrieb der Autor in die Bücher.

„Das war toll und super interessant“, zeigte sich Leonaora Reichel, Praktikantin im Literaturhaus „Uwe Johnson“, begeistert. „Da möchte ich am liebsten auch gleich losfahren.“

 

Waghalsige Trekking-Touren führten ihn in das Ruwenzori-Gebirge und in den Himalaya.
Waghalsige Trekking-Touren führten ihn in das Ruwenzori-Gebirge und in den Himalaya.
Begegnungen mit indigenen Völkern in Afrika.
Begegnungen mit indigenen Völkern in Afrika.
Begegnungen in Tibet.
Begegnungen in Tibet.

 

Reges Interesse an Gesprächen und an den Büchern.
Reges Interesse an Gesprächen und an den Büchern.
Der Eintrag ins Gästebuch des Literaturhauses darf nicht fehlen. Anja-Franziska Scharsich und Bruno Baumann.
Der Eintrag ins Gästebuch des Literaturhauses darf nicht fehlen. Anja-Franziska Scharsich und Bruno Baumann.