Open Air – Malerei, Skulptur und Land-Art auf Schloss Bothmer

 

Naturzerstörung und Umwelt, Leben und Tod, Vergänglichkeit und Endlichkeit – aktuelle und nachdenkliche Themen bestimmen die beeindruckende Kunstschau von 50 Künstlerinnen und Künstlern. Zu sehen in Schloss Bothmer und dessen Park noch bis zum 11. Oktober 2020.

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Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern eröffnete die Kunstschau.

Zur Vernissage der 30. Landesweiten Kunstschau hatte der Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern eingeladen. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig ist Schirmherrin und eröffnete am Samstag, den 22. August 2020 die Ausstellung. „Ich bin froh, dass wir bis heute gut durch die Corona-Krise gekommen sind“, sagte sie nach ihren Begrüßungsworten und der Gratulation zum Jubiläum. „Wir haben dies den vielen Menschen in unserem Land zu verdanken, die sich verantwortlich verhalten.“ Diese Zeit war und sei noch durch Verzicht geprägt, auf Kunst und Kultur könne jedoch, gerade in der Corona-Zeit, auf keinen Fall verzichtet werden. „Kunst und Kultur bringen uns zusammen, sie bringen uns dazu, aus dem Alltag herauszutreten, mal ganz anders hinzusehen, Abstand zu gewinnen und regen uns zum Austausch an.“ Sie sei deshalb froh, dass die Ausstellung und die heutige Veranstaltung in dieser Form stattfinden könne. Leider seien viele Künstler in den letzten Monaten in eine finanzielle Notlage geraten. Manuela Schwesig wies in diesem Zusammenhang auf den Schutzfonds von 20 Millionen Euro hin, den die Landesregierung allein für Kunst und Kultur aufgelegt habe. „Natürlich können wir damit nicht alle Einbußen kompensieren. Aber wir leisten einen Beitrag, um die vielfältige Kulturlandschaft in unserem Land zu erhalten.“

„Respice finem“ – Was du auch tust, bedenke das Ende – war das Motto des Schlosserbauers Graf Hans Caspar von Bothmer. Ein Schriftzug, der sowohl über dem Eingang des Schlosses als auch in dessem Inneren angebracht ist. „’Respice finem’ ist auch das Motto der diesjährigen Kunstschau“, so Kuratorin Petra Schröck. „Mit dem Zusatz „play, stop, rewind“ haben wir den Bothmerschen Leitsatz in die Gegenwart geholt.“

Mit einer eigens für den Ort und das Thema entwickelten Performance aus modernem Tanz, Musik und Live-Animation zogen die japanischen Künstler Fumihiro Ono, Ichi Go und Yukihiro Ikutani an diesem sonnigen Nachmittag die Zuschauer in ihren Bann. Naturzerstörung, Tod und die Ursprünge des Lebens wurden thematisiert und dramatisch umgesetzt. Erde aus Säcken wurde wild ausgeschüttet und verstreut, Farbe aus Eimern vergossen, eine Leinwand mit einem Wischmopp rot und schwarz bemalt, stets begleitet von elektronischen Klängen mit Drums und Percussion.

Die Kunstwerke gibt es im Ausstellungsraum der westlichen Kutschenremise sowie im Schlosspark zu sehen: Malereien, Grafiken und Skulpturen. 90 Künstler*innen hatten sich beim Künstlerbund Mecklenburg-Vorpommern für die Schau beworben. „48 von ihnen wurden ausgewählt“, berichtet Petra Schröck, die Kuratorin der Ausstellung. „Zwei Künstler aus England kamen noch dazu.“

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 11. Oktober 2020. Empfehlenswert ist auch der gut aufbereitete Ausstellungskatalog mit aufschlussreichen Informationen zu den Künstler*innen und ihren Werken. Mehrere Veranstaltungen finden bis Oktober mit Bezug zur Ausstellung statt. Näheres unter „Veranstaltungen“ auf dieser Seite.

 

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Künstler*innen und Zuschauer im Park von Schloss Bothmer
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Live-Performance der japanischen Künstler Fumihiro Ono, Ichi Go und Yukihiro Ikutani
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Live-Performance der japanischen Künstler Fumihiro Ono, Ichi Go und Yukihiro Ikutani

 

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Live-Performance der japanischen Künstler Fumihiro Ono, Ichi Go und Yukihiro Ikutani
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Malerei, Installationen und Skulpturen in der westlichen Kutschenremise in Schloss Bothmer
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Chain-Code, Rauminstallation von Monika Ortmann
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„Statt Roter Rosen“ von Renate U. Schürmeyer
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Erschütterung der Sinne, 72 Fotografien von Christine de Boom
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The Semifinished Bridge – The Liquid Bridge, Installation von Sven Armin Domann
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Anke Hille, Vorsitzende des Künstlerbundes MV, bedankt sich bei Schirmherrin Manuela Schwesig mit einem Blumenstrauß.
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Dr. Pirko Kristin Zinnow, Direktorin der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen MV, begrüßt die Gäste.
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Ein Dankeschön für Jenny Steinbrecher, Ansprechpartnerin und Organisatorin für Veranstaltungen im Schloss.
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Luftiges Objekt aus lackierten Furnierholzbändern von Annette Stüsser-Simpson