Hinein ins Maisfeld. Hinein nach Jerichow!

„Johnson im Maisfeld“
Begehbares Porträt und literarischer Parcours führen durch Uwe Johnsons fiktives Jerichow und ein halbes Jahrhundert deutscher Mecklenburgische (Landwirtschafts-)Geschichte.
Ab Dienstag, 8. September bis voraussichtlich 30. Oktober 2026
Adresse: Maisfeld an der Boltenhagener Straße in Klütz
Was hat Uwe Johnson mit einem Maisfeld zu tun? Eine ganze Menge.
In einem Maisfeld an der Boltenhagener Straße in Klütz ist ein riesiges Porträt des Schriftstellers entstanden. Und das kann man nicht nur von oben betrachten, sondern auch betreten: Wege durch den Mais zeichnen Johnsons Gesicht und machen aus dem Feld ein Stück Land Art.
„Johnson im Maisfeld“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des Literaturhauses Uwe Johnson mit dem Landwirt Arne Nölck, der das Johnson-Porträt mithilfe moderner Landtechnik und GPS in das Feld übertragen hat.
Barbara Heine, neue Leiterin des Literaturhaus Uwe Johnson hat daraus einen literarischen Parcours entwickelt: „Arne Nölck hat mit seinem Johnson-Feld vorgelegt. Der Ball rollte mir quasi vor die Füße. Den hätte ich nicht liegen lassen können.“
Und so hat sie für September und Oktober eine Outdoor-Ausstellung konzipiert, die nicht nur in Johnsons fiktives Jerichow, sondern zugleich durch mehrere Jahrzehnte deutscher (Landwirtschafts-)Geschichte führt.
„Kultur und ländlicher Raum. Für Klütz gehört das zusammen und Johnson im Maisfeld repräsentiert das wunderbar“, sagt Martin Kühl, Bürgermeister von Klütz.
Für den Parcours wurden ausgewählte Episoden aus Johnsons Roman „Jahrestage“ neu angeordnet: vom Jerichow der Kaiserzeit über Nationalsozialismus, Krieg und sowjetische Besatzungszeit bis in die frühe DDR. So wird der Gang durch das riesige Johnson-Porträt zugleich zu einer Zeitreise: Besucherinnen und Besucher gehen durch die reale mecklenburgische Landschaft – und mitten hinein in Johnsons Jerichow.
Johnson hören – mitten im Maisfeld
An jeder der zwölf Stationen erläutert eine Texttafel eine historische Episode, ein QR-Code führt direkt zu einer passenden Hörpassage aus Uwe Johnsons Romanwerk „Jahrestage“. Die Ausschnitte stammen aus dem vollständigen Hörbuch des Romans, gelesen von Charly Hübner und Caren Miosga.
Vertiefende Texte finden sich auf der Website des Literaturhauses, der Schriftsteller Matthias Göritz hat einen Essay zum Thema beigesteuert.
Barbara Heine: „Die ländliche Welt ist in Uwe Johnsons Jahrestagen weder eine Idylle noch eine Kulisse. Heimat ist bei Johnson keine politische Behauptung, sondern eine komplizierte Wirklichkeit. Das ist auch aktuell relevant, weil er damit gegen eher eindimensionale Vorstellungen des Heimatbegriffs steht. Und, besonders wichtig, Johnson führt uns vor Augen, wie politische Systeme bis in den Alltag der Menschen hineinwirken. Gerade deshalb lohnt es sich, heute mit ihm durch Mecklenburg – und durch ein Maisfeld – zu gehen.“
Der Parcours ist bis Ende Oktober 2026 offen, danach wird der Mais geerntet. Der Besuch ist kostenlos. Das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr. Bitte auf den vorgesehenen Wegen bleiben und achtsam mit Pflanzen und Natur umgehen.
Abschluss-Veranstaltung mit Andreas Möllers Stadt-Land-Buch
Zum Abschluss der Parcours-Saison ist am Freitag, 30. Oktober Andreas Möller mit seinem aktuellen Buch zu Gast im Literaturhaus: „Die Unterschätzten. Warum sich unsere Zukunft auf dem Land entscheidet | Die große Entfremdung: Was steckt hinter dem Auseinanderdriften von Stadt und Land?“.
Tickets 10 Euro (erm. 8 Euro). Kartenvorbestellungen unter Tel.: 038825-22295 oder per E-Mail an:
Die Abendkasse öffnet eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn.
Text: Literaturhaus Uwe Johnson, Barbara Heine, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
Foto: ©LWB „Klützer Winkel“ e.G
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